SCHALL & WAHN – Kampagne gegen den Kampftag der antisemitischen Internationale

Am 10. Juli 2015 soll wieder eines der wichtigsten regelmäßigen Events der antisemitischen Querfrontszene in Berlin stattfinden: Der Al Quds-Tag. 

In einem misslungenen Beitrag für die Jungle World hat kürzlich die Antideutsche Aktion Berlin ein Ende der Eventpolitik gegen den Berliner Quds-Marsch gefordert. Wir teilen die Abscheu gegen das Mitmachen an sich, von linken Bündnissen ganz zu schweigen. Wir mobilisieren trotzdem gegen den Aufmarsch der antisemitischen Internationale, und beteiligen uns an der bundesweiten Kampagne Schall und Wahn. Wir suchen dabei nicht, wie die Antideutschen Aktionisten unterstellen, das Spektakel, wohl aber die Wiederholung der unversöhnlichen Kritik an der Islamischen Republik Iran und an ihrer apokalyptischen, antisemitischen Ideologie.

Das machen wir mit einer Vortragsreihe, die auch die Vorraussetzung aller Kritik – die Kritik der Religion, und Polemik als ihre Waffe – beinhalten muss. Dies freilich sehen andere Gruppen in der gleichen Kampagne „differenzierter“, was wir für falsch halten. Doch wenn in den Autonomen Zentren der Republik esoterische und erzkonservative Riten weiter Hochkonjunktur haben, und Sittenwächter den Knigge durchsetzen, ist in solchen Einrichtungen mit einer emanzipatorischen Kritik freilich kaum zu rechnen. Am Al Quds-Tag gehen wir gegen linke und rechte Scharia-Polizisten gleichermaßen auf die Straße. Womit wir bei der Jungen Union wären, die bekanntlich ebenfalls für alles andere als Emanzipation und Freiheit steht. Auch sie will am 10. Juli Gesicht zeigen für ein weltoffenes, buntes Berlin und gegen den Quds-Tag – ein Projekt, das wir keinesfalls mittragen wollen. Vielmehr gilt es in der Kampagne, und möglichst auch bei den Protesten auf der Straße, die Rolle der BRD als einer der wichtigsten Verbündeten der Islamischen Republik anzugehen. Und diese Kritik kann sich nicht im Anbetteln ebendieses deutschen Staates erschöpfen – etwa um ein Verbot des antisemitischen Aufmarsches oder der Hisbollah. Sie muss die fundamentale Ablehnung jenes BRD-geführten Europas beinhalten, in dem sich im vergangenen Sommer eine massive Welle antisemitischer Aufmärsche, Ausschreitungen und Anschläge Bahn brach. Gegen ein Europa, das 2009 die iranische Opposition blutig im Stich gelassen hat und jetzt gnadenlos mit militärischer Brutalität auf die größte Flüchtlingskatastrophe der Nachkriegsgeschichte reagiert.

Zu den Protesten gegen den Quds-Marsch wird es eine Busanreise aus Duisburg geben. Wir fahren am Morgen des 10. Juli ab und werden rechtszeitig zur antifaschistischen Demonstration in Charlottenburg ankommen. Die Rückfahrt erfolgt am Samstagnachmittag. Tickets sind bei sämtlichen unten aufgeführten Veranstaltungen zu einem Unkostenbeitrag von 25 Euro zu haben.

Im Rahmen der Kampagne Schall und Wahn halten wir den Mobilisierungsvortrag „gegen den Kampftag der antisemitischen Internationale“ bei diesen Gelegenheiten:

  • Am 18. Juni im LC36 in Köln. Mehr
  • Am 23. Juni im AZ Mülheim. Mehr
  • Am 25. Juni im Nordpol in Dortmund.
  • Am 29. Juni an der Uni Bonn. Mehr
  • Am 30. Juni im Djäzz Duisburg. Mehr
  • Am 2. Juli in der Baracke in Münster.

Ausserdem in Duisburg:

  • Am 26. Juni an der Uni: Alex Gruber über den Begriff des Islamfaschismus und die Islamische Republik Iran. Mehr
  • Am 3. Juli an der Uni: Andreas Benl über den Zerrspiegel des Ressentiments – Kulturrelativismus im Licht der aktuellen Situation im Mittleren Osten. Mehr