Nachholtermin: Das letzte Gefecht. Ein Rückblick auf „Nie wieder Deutschland!“

Nachdem der Vortrag von Jan Gerber am 14. Juni ausgefallen ist gibt es jetzt einen neuen Termin: Die Veranstaltung wird am 8. September nachgeholt. Los gehts um 19.30 Uhr im Djäzz.

„Nie wieder Deutschland!“ – Unter diesem Motto mobilisierte die außerparlamentarische Linke vor mehr als 25 Jahren, im Mai 1990, strömungsübergreifend auf den Frankfurter Opernplatz, um gegen die deutsche Wiedervereinigung zu protestieren. 20.000 Menschen folgten dem Aufruf. Wenige Monate später war diese ungewohnte Harmonie vorbei: Es brachen jene Konfliktlinien auf, an denen sich die außerparlamentarische Linke in den nächsten beiden Jahrzehnten gruppieren sollte. In personeller Hinsicht fiel man in die Bedeutungslosigkeit. Gruppierungen, die seit 20 Jahren bestanden hatten, lösten sich auf; die Linke geriet in eine der größten Krisen ihrer Geschichte. Dieser Umstand verwundert zunächst. So hatten APO und Co. dem Honecker-Regime und den anderen Staaten des „real existierenden Sozialismus“ in der Regel kritisch bis feindselig gegenübergestanden. Es stellt sich damit die Frage, warum die außerparlamentarische Linke ausgerechnet durch das Ende der DDR, die deutsche Wiedervereinigung und den Untergang des Ostblocks in einen Schockzustand fiel. Und: Warum hat sie sich auch heute, mehr als ein Vierteljahrhundert später, noch nicht von diesem Schock erholt? Um hierauf antworten zu können, ist sowohl ein Blick auf die Zeit des Kalten Krieges als auch eine Auseinandersetzung mit jenen drei Begriffen nötig, die nach wie vor im Zentrum des linken Selbstverständnisses stehen: Revolution, Antifaschismus, Antiimperialismus.

� Jan Gerber ist u.a. Autor der Bücher „Das letzte Gefecht – Die Linke im Kalten Krieg“ (XS-Verlag: Berlin 2015), das bei gleicher Gelegenheit vorgestellt werden soll, und „Nie wieder Deutschland? Die Linke im Zusammenbruch des realen Sozialismus“ (ça ira: Freiburg 2010). Mit Anja Worm hat er zuletzt Texte von Michael Landmann neu herausgegeben: „Das Israelpseudos der Pseudolinken.“ (ça ira: Freiburg 2013).

Eine Veranstaltung der Emanzipatorischen Antifa und des Bündnis gegen Antisemitismus.

Vortrag: Antisemitismus im heutigen Griechenland

Am 14. April im Djäzz. Einlass 19 Uhr, Beginn 19.30 Uhr.

Seit Jahrzehnten ist Judenfeindlichkeit ein verbreitetes Phänomen in der griechischen Politik, Medienszene und Gesellschaft. Die erste weltweite Studie zum Antisemitismus, durchgeführt 2014 von der amerikanischen Organisation Anti-Defamation League, wies nach, dass das Ausmaß der antisemitischen Einstellungen in Griechenland mit den Ländern des Nahen Ostens und Nordafrikas vergleichbar ist. Im Vortrag wird sowohl auf jüngste Ereignisse Bezug genommen, als auch auf die These des „Holocausts der Griechen“ eingegangen, die vornehmlich von der Querfront Syriza-Unabhängige Griechen getragen wird. Das widersprüchliche Verhältnis der Regierungskoalition zu Israel wird ebenso analysiert.

Dimitri Kravvaris dokumentiert regelmäßig antisemitische Vorfälle in Griechenland auf seinem Blog und ist Mitglied des Projektes Watch: Antisemitism in Europe.

Filmvorführung am 13. Februar: Triumph des guten Willens

Triumph des guten Willens setzt sich filmisch mit den Texten des Publizisten und Autors Eike Geisel auseinandersetzen, der in 2015 70 Jahre alt geworden wäre. Im Zentrum steht Geisels Kritik an der deutschen Erinnerungspolitik und der damit verbundenen „Wiedergutwerdung der Deutschen“. Drei Texte Geisels aus den 1990er Jahren, eingesprochen von Robert Stadlober, kontrastieren die heutigen Bilder der beschriebenen Orte und fragen nach der Aktualität der Geisel’schen Analysen. Interviews mit Alex Feuerherdt, Klaus Bittermann, Hermann L. Gremliza und Henryk M. Broder ergänzen den Film.

Wir zeigen den Film in Anwesenheit des Regisseurs mit anschließender Diskussion.

Am 13. Februar um 19 Uhr im Zentrum Altenberg in Oberhausen.