
Dortmund hat ein Problem mit Nazis. Und mit selbst ernannten Antifaschisten. Als am 2. September des vergangenen Jahres zwei verschiedene linke Antikriegsdemonstrationen, gegen die rechte Antikriegsdemonstration am folgenden Tag, in Dortmund stattfanden (eine von autoritären, eine von autonomen Gruppen), hatten beide eines gemeinsam: Wer sich in ihrem Umfeld als israelsolidarisch und/oder jüdisch zu erkennen gab, war Drohungen sowie verbalen und körperlichen Übergriffen ausgesetzt. Falls das den Organisatoren nicht gefiel, haben sie doch wenigstens das Maul gehalten. Eine Aufarbeitung der Geschehnisse, eine Benennung der Täter – oder gar Konsequenzen – gab es daher bis heute auf beiden Seiten nicht, von antisemitischen Schlägerbanden, wie der Roten Antifa Duisburg, ist sie wohl auch nicht zu erwarten.